
Fallbeschreibung als Reaktion auf eine Beschwerde
04-07-2023 -von Elke Koestering – Qualitätsbeauftragte
Der Patient wollte einen Termin im Zusammenhang mit Schmerzen im Nacken, Rücken und in den Rippen vereinbaren, wo es sich anfühlte, als wären die Rippen geprellt. Es gab auch Atemnot, aber die Dame selbst gab an, dass sie Asthmapatientin sei und daher schwer einzuschätzen sei.
Im HAP galt der Patient nach der Triage als nicht dringend und wurde daher nicht behandelt. Allerdings wurde Tramadol gegen die Schmerzen verschrieben.
Am nächsten Tag rief Frau 112 an, weil sie sich immer noch nicht wohl fühlte. Beschwerden waren Atemnot, Schwindel, Schmerzen und die Unfähigkeit zu sitzen, liegen, stehen und laufen zu können. Der Kontrollraum betrachtete die Beschwerden zu diesem Zeitpunkt nicht als dringend und übergab den Patienten an das HAP. Nach der Triage wurde ein U3-Besuch geplant. Der Besuchsarzt vermutete eine Lungenembolie und überwies den Patienten mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass tatsächlich eine Lungenembolie festgestellt wurde; Die Blutgerinnsel stellten sich als vor dem rechten Herzkammer heraus. Dies führte zu zwei Tagen Intensivstation und einer invasiven Behandlung.
Fazit
Die Verwendung von DOAC (Blutverdünner) wurde vom Hausarzt im LSP erwähnt. Der Hausarzt hat dies bei der Überlegung berücksichtigt. Aber könnte die Verwendung von DOAC nicht auch ein Auslöser sein, um die Bildung von Blutgerinnseln in Betracht zu ziehen? Die Therapietreue ist wichtig, als der Besuchsarzt sie fragte, war sie moderat. Die Rücksprache mit der LSP zeigt ihren Mehrwert, da diese Informationen zumindest bekannt waren. Es ist außerdem wichtig, dass der Hausarzt bei der Genehmigung des Kontakts das Triage-Blatt konsultiert und gegebenenfalls die Triage-Krankenschwester befragt, um zu beurteilen, wie eine Dringlichkeit festgestellt wurde. In diesem Fall hätte man sehen können, dass der Grad der Atemnot auf „nicht“ gesetzt wurde. Der Lernpunkt ist nicht, dass jede Lungenembolie in der Telefontriage ‚entdeckt‘ werden muss. Was wir wissen, ist, dass man mit sorgfältiger Triage manchmal auf einen Weg gebracht wird, der zu früherer Diagnose und Behandlung führen kann.
Tipps und Tops
TOP
- Beratung von LSP
TIPPS
- Es ist besser, die Triage-Pflegekräfte zu befragen, wenn der Kontext unklar ist oder etwas unlogisch erscheint.
- Überlegen Sie, das Gespräch mit dem Patienten zu übernehmen.
- Erkundigung nach der bereits bekannten Medikamenteneinnahme durch den Patienten
- Geh den Triage-Tab sorgfältig durch. Am besten Standard, besonders wenn es Fragen zu den oben genannten Punkten gibt.
- Rückenschmerzen in Kombination mit Atemnot lassen sich leicht erkennen.
